Summary
Hier finden sie die allgemeine Auswertung der CELESTE EXPEDITION 2005.
Die spezielle Auswertung unserer Projekte finden sie unter SCIENCE
, Projekt 1 Summary Wasseranalysen und Projekt
2 Summary Höhenakklimatisation.
Von: Marcel Lüthi / Werner Bührer
Z U S A M M E N F A S S U N G
Unsere Reise in den Südwesten von Bolivien verdiente tatsächlich
den Namen Expedition. Wir haben die Grenzbereiche von Mensch und Material
gesucht, und auch gefunden! Dank den detaillierten Vorbereitungs- und
Vorsichtsmassnahmen konnten wir unsere Ziele auch unter schwierigen
Umständen mehr oder weniger erreichen.
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Wir sind bei unserem Trip in eine kaum befahrene
und wenig bekannte Region an der südlichen Argentinischen
/ Chilenischen Grenze vorgestossen. Die wenigen Strassen, welche
auf den Karten eingezeichnet sind, waren
allerdings ungenau oder nicht mehr unterhalten. Wir haben beachtliche
Strecken in schwierigem Gelände Offroad zurückgelegt.
Teilweise war die Streckenführung fahrtechnisch anspruchsvoll
und nur von einem erfahrenen Team zu bewältigen.
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Wir haben uns während 5 Tagen über 4500m
aufgehalten, in einem Höhenbereich wo sich der Körper
kaum erholen kann. Wir haben systematisch unser körperliches
Befinden festgehalten und mit einfachen Messungen unsere Wahrnehmungen
dokumentiert. Auf unserem Trip wurden wir gerade zweimal mit der
akuten Höhenkrankheit und dem
Lungenödem konfrontiert. Wir
konnten beide Fälle dank den rudimentären Kenntnissen
und dem richtigen Material (Medikamente und Sauerstoff) optimal
meistern.
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Wir haben zahlreiche Wasserproben
und Beurteilungen der angetroffenen Lagunen betreffend Wasserzufluss,
- Abfluss und Verdunstung vorgenommen. Die Analyse wird in der
Schweiz vorgenommen und die daraus resultierenden Erkenntnisse
werden hier auch veröffentlicht.
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Wegen dem durch die gesundheitlichen Probleme verursachten
Zeitverlust, konnten wir unsere Reise nicht bis zum Gebiet der
Ureinwohner von Bolivien, der Chipaya,
durchführen. Somit konnte die vorgesehene Feldstudie leider
nicht durchgeführt werden.
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Die einmalige Landschaft, man hatte oft das Gefühl auf einem anderen
Planeten zu sein, wurde durch unzählige Fotos
und mit Videokameras dokumentiert. Die Fotos werden zum Teil in der
Homepage veröffentlicht. Die 6 Stunden Video-Aufnahmen werden in
einem 15 -20 minütigen Film auf DVD verarbeitet.
Die genaue Routenführung und die GPS Koordinaten und Höhenprofil-Auswertungen
auf Garmin werden auf einer CD dokumentiert. Die Daten können bei
celeste@quadras.ch bezogen werden.
Mit der Zusammenfassung und Auswertung unserer Erfahrungen möchten
wir anderen Reisenden die in diese Region fahren, in den folgenden Bereichen
Informationen weitergeben:
Reiseplanung
/ Reiseerfahrung
Reiseinformationen
Die Reisebücher Lonely Planet „Bolivia“, Reise Know-how
„Peru Bolivien“, Footprint „Bolivia“ und vor
allem das Internet über www.google.com/search
und www.boliviaweb.com
waren wichtige Informationsträger für unsere Planung.
Reise-Know-How Map Bolivien 1:1’300'000, Berndtson Map 1:1’750'000
und sowie die im Internet herunterladbaren Militärkarten geben
viele Informationen um die Reise zu planen. Die Strassenführungen
stimmen aber meistens nicht. Darum verliessen wir uns, vor allem für
das Offroad Fahren, auf die kopierbaren und einen viel grösseren
Informationsgehalt enthaltenen «Google
Earth» Satellitenaufnahmen mit Koordinaten Grid.
Die www.STATravel.ch
konnte günstigen Flugtarife und Flugverbindungen vermitteln
Autovermietung und Ausrüstung
Der Autovermieter «Petita
Rent a Car» war ein zuverlässiger Partner. Die Autos
waren in einem einwandfreien Zustand und starteten selbst bei tiefen
Temperaturen und in grosser Höhe immer einwandfrei. Angemeldete
Wünsche betreffend Auto und Camping Ausrüstung wurden erfüllt.
Das 4x4 m grosse Armee Zelt hat sich vor allem als Windschutz bewährt.
Das Kochen und Zusammensitzen mit 6 Personen am Abend ohne diesen Windschutz
wäre kaum möglich gewesen. Die Abendtemperaturen um die 0
Grad mit dem jeweils starken abendlichen Wind gaben mit dem Windchillfactor
ein Gefühl so um die -15 Grad.
Die zusätzlich mitgeführte Gasheizung musste aber trotzdem
nicht eingesetzt werden. Es wurde mit Nachttemperaturen bis - 20 Grad
gerechnet. Die tiefsten gemessenen Temperaturen lagen jedoch Anfang
November nur um -8 Grad.
Übernachtung
Die Übernachtungen in unseren Nissan Patrol waren bis zu diesen
Tiefsttemperaturen problemlos. In den Autos war es jeweils 2 –
3 Grad wärmer als draussen. Die in der Schweiz gekauften Schlafsäcke
mit diesem Anforderungsprofil erfüllten ihre Aufgabe aber auch
mit den Eisblumen an den Scheiben vorbildlich.
Ein paar Mal haben wir auch in den einfachen bolivianischen Unterkünften
übernachtet um die hygienischen und teilweise gesundheitlichen
Probleme im Team in den Griff zu kriegen. Siehe dazu auch unsere Reiseberichte.
In La Paz ist das Camino Real Appartement Hotel mit den 3 Zimmer Suiten
für die Vorbereitung zu empfehlen.
Essen und Trinken
Der Einkauf von Material und Esswaren in La Paz ist problemlos. Grössere
Shopping Center bieten fast alles an. Spezialitäten muss man aber
wohl von Zuhause mitnehmen. Wegen dem reduzierten Appetit auf grosser
Höhe braucht man das aber kaum. Auch wir hatten viel zu viel Esswaren
eingekauft.
Über 4'500 Meter sollte man laut Vorgaben in der sehr trockenen
Luft etwa 4-5 Liter Flüssigkeit aufzunehmen. Wir haben ca. 3 -
4 Liter Wasser pro Person und Tag für Trinken und Kochen aufgewendet.
Nur bei einer benutzerfreundlichen Anordnung der Tagesgetränke
wird man allerdings solche Mengen zu sich aufnehmen können. Heisser
Tee in der Thermosflasche und Wasser in kleine Trinkflaschen sichtbar
und griffbereit in der Fahrerkabine haben sich bei uns sehr gut bewährt.
Die 100 lt Wasser pro Fahrzeug waren für die 2 Wochen angemessen.
Unterwegs haben wir Wasser für das Abwaschen bei den Herbergen
in Laguna Verde und Laguna Colorada bekommen. Das frische Wasser direkt
ab Quelle oder aus den Bächen um die Lagunen machte überall
einen guten Eindruck, der mineralische Geschmack war allerdings merkbar.
Für das Kochen und Abwaschen war dieses Wasser aber absolut einsetzbar.
Fahren
Die jeweils geplante Tageskilometerleistung konnte einigermassen eingehalten
werden. Auf den Teerstrassen kann man in Bolivien problemlos mit 100
- 120 km/h fahren. Auf den Hauptrouten hat es immer wieder Zahlstellen,
teilweise mit Polizeikontrollen. Die normalen stark befahrenen Schotterstrassen
lassen 60 - 80 km/h zu und auf den wenig befahrenen Tracks wird dann
die Geschwindigkeit gegen 30 km/h reduziert. In diesen wenig befahrenen
Regionen konnten im Durchschnitt 150 -200 km pro Tag zurückgelegt
werden. Die auf Karten herausgemessenen Luftdistanzen müssen je
nach Situation zwischen 15 bis 40 Prozent erhöht werden um die
teils kurvenreiche Linienführung abdecken zu können.
Die aus der politischen Situation in Bolivien an den Hauptrouten entstehenden
Strassensperren von unzufriedenen
Gruppierungen wie z.B. der Normalistas sollte man so früh als möglich
grossräumig umfahren
Treibstoff
Der Benzinverbrauch stieg auf hoher Höhe und beim Offroad Fahren
auf rund 30 Liter/100km an. Das entsprach nicht unseren Berechnungen.
Die Ladung pro Fahrzeug war mit ca. 800 kg auch nicht wenig, dazu wurde
auch viel Offroad gefahren. Neben den 320 Liter Benzin mussten wir unterwegs
pro Fahrzeug nochmals gut 100 Liter organisieren, um unsere geplante
Route bis zur nächsten offiziellen Tankstelle in Challapata ( Regular
Gasolina ca. Bs 3.80/lt ) durchführen zu können.
Im Südwesten von Bolivien kann man kaum Benzin kaufen. Die verschiedenen
Unterkunftsanbieter an den touristisch bekannten Orten haben kein Interesse
Gasolina anzubieten. Nur in der Laguna Verde konnten wir mit viel Überredungskunst
wenige Liter chilenisches Benzin für 10 Bolivianos/lt erwerben.
Bei den verschiedenen Tourguides aus Uyuni kann man am Abend in den
Camps situativ Gasolina ( ca Bs 5.-/lt ) abkaufen. In den Dörfern
rund um den Salar Uyuni (speziell San Juan) wurde „Gasolina“
meistens via den Dorfsverkaufsladen-Händler aus Fässern zu
vernünftigen Preisen ( Bs 4.-/lt ) angeboten.
Die Geldeinheit ist der Boliviano Bs, Kurs Ende 2005 ca Bs 8.00 / US
$
Kommunikationsmittel
Handy
In und um die Städte La Paz, Oruro und Uyuni funktioniert unser
Handy problemlos. Die Tarife sind aber für abgehende und angenommene
Anrufe sehr hoch! In Tupiza geht unser System allerdings noch nicht.
Die Unterkünfte in Laguna Verde und Laguna Colorada haben Kurzwellenfunk
und können untereinander und mit den Reiseanbietern in Uyuni offensichtlich
kommunizieren. Diverse Touroperator haben in ihren Fahrzeugen CB Funk.
Satellitentelefon
Wir hatten ein Satellitentelefon basierend
auf den Iridium Satelliten. (Auf der ganzen Welt einsetzbar). Dieses
Kommunikationsmittel brauchten wir für die Übermittlung der
täglichen Reiseberichte für unsere Homepage. Da das Telefon
nur zu bestimmten Zeiten eingeschaltet war, haben wir über 30 SMS
via Satellit erhalten. Für die Koordination der Aktionen bei den
aufgetretenen Höhenkrankheiten war das Iridium-Telefon allerdings
sehr wertvoll und für die Angehörigen zu Hause beruhigend.
Sprechfunkgeräte
Zur Kommunikation unter den Fahrzeugen hatten wir einfache Walky-Talky’s
mit 0,5 Watt Leistung. Für den Einsatzraum von ca. 2 - 3 Km Sichtdistanz
hat sich diese günstige Investition bewährt. Eine eingebaute
4 Watt CB Kompakt-Funkanlage mit einfacher Aussenantenne war aus unerklärlichen
Gründen eine Enttäuschung. (kleiner Range, teilweise schwer
verständlich)
Gesundheit und Körperliche
Belastung
Gesundheit
Der Erfolg der ganzen Reise ist stark vom Gesundheitszustand der Teammitglieder
abhängig. Deshalb haben wir unser Befinden täglich systematisch
aufgezeichnet. Wir wollten damit aber auch die Anzeichen von Höhenkrankheit
frühzeitig erkennen und unsere Erfahrungen auswerten.
Auf unserer Expedition haben wir die verschiedenen Stadien von Höhenkrankheit
sehr heftig erlebt. Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen diesbezüglich
haben wir im SCIENCE Projekt 2 Beitrag zur Akklimatisation
und zur Höhenkrankheit im Detail festgehalten.
Leistungsfähigkeit
Die Leistungsfähigkeit auf grosser Höhe wird wegen der reduzierten
Sauerstoff- Aufnahmemöglichkeit der Lunge massiv reduziert. Auf
4’500m steht noch etwa 45% Sauerstoffdruck zur Verfügung
!! Relativ schnell gerät man bei kleinsten Anstrengungen in Atemnot.
Mit verlangsamtem Arbeitstempo und systematischer Atmungstechnik, z.B.
tief einatmen bevor eine Anstrengung gemacht wird, konnten wir trotzdem
die notwendigen Arbeiten wie Camp und Zeltaufbau gut verrichten. Alle
Team-Mitglieder hatten bei der Akklimatisation leichte bis mittlere
Kopfschmerzen.

Auch grosse Höhendifferenzen in kurzer Abfolge
haben keinen grossen Einfluss auf die Pulsfrequenz. Die Atemnot war
die weitaus grössere Herausforderung.
Atemnot
Unangenehm war Atemnot in der Nacht, als man wegen dem natürlich
verlangsamten Atmen beim Schlafen plötzlich buchstäblich nach
Luft schnappen musste und dadurch erwachte. Tiefes, kräftiges Atmen
und Atem anhalten brachte wieder die notwendige Beruhigung. In einem
Falle haben wir mit Sauerstoff-Unterstützung dieses beklemmende
und beängstigende Gefühl eines Teammitgliedes lindern können.
Appetit
Durch die grosse körperliche Belastung, der Einnahme von viel Wasser
und Tee, keine alkoholischen Getränke und durch den reduziertem
Appetit haben alle Teammitglieder, ohne dies zu Realisieren, auf der
Reise zwischen 3 - 5 kg an Gewicht abgenommen.
Die bolivianischen Höhenmittel wie Coca Tee und Coca Blätter
kauen, haben wir ausprobiert. Das Kopfweh war wohl weg, dafür hat
der Bauch nicht mehr mitgemacht.
Durchfall, Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit ist ein übliches
Vorkommen auf dieser Höhe. Diese Probleme wirken aber ermüdend
und führten schnell zu vorübergehender Antriebslosigkeit.
Nach zwei, drei Tagen konnten wir jeweils dank unseren Medikamenten
den Höhen-Durchfall lindern.
Trockenheit
Die grosse Trockenheit in dieser Höhe, Wind und Staub gaben uns
auch Probleme mit unseren Kopföffnungen.
Mit dem regelmässigen Auswaschen der Augen mit Wasser oder Augentropfen
und dem Tragen von gut schliessenden Brillen konnten wir das Augenproblem
einigermassen unter Kontrolle halten.
Auch das konsequente Einfetten der Lippen und regelmässige Befeuchten
der Nasenschleimhäute wurde von den meisten gut befolgt. Der wichtigste
Punkt scheint dabei eine gut funktionierende Nase zu sein. Da nur etwa
die Hälfte Sauerstoff zu Verfügung steht muss die Nase immer
offen sein damit nicht durch den Mund geatmet werden muss, da sonst
der ganze Mund – Hals – Bronchienbereich ausgetrocknet wird.
Dies kann zu Lungenproblemen führen. Um die Nase freizuhalten haben
wir in Bolivien eine mentolisierte Vaseline „Mentisan“ erhalten.
Dick in die Nasenlöcher eingestrichen kann nach kurzer Zeit die
Nase entleert werden und ist somit offen zum freien Atmen. Mit diesem
System konnte auch die Schlaflosigkeit verbessert werden.
Auch die Hände wurden durch den Staub und Dreck stark beansprucht.
Risse im Fingerbeerenbereich und gebrochene Nägel waren schmerzvoll.
Mit dem konsequenten Tragen von geeigneten Handschuhen beim Arbeiten
und durch regelmässiges Einfetten konnten wir auch diese Problemematik
bis am Schluss meistern.
Verwirrtheit
Auffallend bei allen Mitgliedern war in der grossen Höhe die mehr
oder weniger unsystematische Arbeitsweise,oder das häufige Verlegen
von Material, Wir haben unter dem Begriff „Verwirrtheit“
anhand einer Skala den Grad definiert und dies in den täglichen
Gesundheitschecks festgehalten. Die ungeschickte Handhabung von Geräten
sowie das unsichere Gleichgewicht zeigte auch die Probleme der Feinmotorik
in grosser Höhe auf.
Siehe weitere Themen und genauere Auswertungen unter SCIENCE.
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/ Wasseranalysen / Teilnehmerberichte
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